AML World Awareness Day 21 April 2019

Behandlung

Behandlung der AML

Das Ziel der Behandlung der AML besteht darin, zur Kontrolle der abnormen Leukämiezellen beizutragen und ein Gleichgewicht der gesunden Blutzellen im Knochenmark wiederherzustellen.

Bei AML handelt es sich nicht um eine einzelne Erkrankung, sondern um eine Krankheit mit zahlreichen Subtypen. Die verschiedenen Subtypen der AML können unterschiedliche Behandlungsergebnisse haben und individualisierte Behandlungen erfordern.

Chemotherapie

Die Standardbehandlung für die meisten Menschen mit AML ist die Chemotherapie. Bei der Chemotherapie werden Krebsmedikamente eingesetzt, um abnorme Leukämieblutzellen zu vernichten und eine Remission herbeizuführen.

Die Remission liegt vor, wenn im Blut und im Knochenmark keine abnormen Leukämiezellen mehr vorhanden sind und sich normale Blutzellen wieder entwickeln. Die Chemoterapie besteht grundsätzlich aus zwei Phasen – der Induktion und der Konsolidierung.

Induktionsphase

Dies ist die erste Behandlungsphase, deren Ziel es ist, abnorme Leukämiezellen abzutöten und sie daran zu hindern, sich im Blut und im Knochenmark zu vermehren. Zu den in der Induktionschemotherapie am häufigsten verwendeten Medikamenten gehören Cytarabin und Anthrazykline wie Daunorubicin oder Idarubicin. Ein weiteres Medikament der Induktionstherapie ist eine Zusammensetzung von Daunorubicin und Cytarabin (Vyxeos), die in den Vereinigten Staaten und Europa für die Behandlung von Patienten mit spezifischen Subtypen der AML, einschließlich therapiebezogener AML und AML mit Myelodysplasie-assoziierten Veränderungen, zugelassen ist.

Die Chemotherapie kann manchmal mit Medikamenten verabreicht werden, die auf bestimmte Gene abzielen (gezielte Therapie), die sich in abnormen Zellen verändert haben.

Konsolidierungsphase

Diese Chemoterapiephase soll die restlichen abnormen Leukämiezellen zerstören, die trotz der Induktionstherapie im Körper verbleiben, jedoch nicht nachweisbar sind. Dadurch wird das Rezidivrisiko verringert. Die Konsolidierungsphase umfasst die weitere Behandlung mit Chemotherapie.

In einigen Fällen folgt auf die Behandlung mit Chemotherapie und gezielter Therapie eine Stammzellentransplantation. Die Anti-Leukämie-Behandlung (Chemotherapie und gezielte Therapie) zerstört einige Blutzellen (sowohl abnorme als auch normale), die dann durch die Stammzellentransplantation mit Stammzellen, die normale gesunde Blutzellen produzieren, ersetzt werden.

Gezielte Therapie

In den letzten Jahren wurden neue Wirkstoffe entwickelt, die auf spezifische genetische Anomalien oder Proteine abzielen, die in Leukämiezellen vorhanden sind. Diese gezielten Medikamente wirken anders als die Standard-Chemotherapeutika und können für Patienten mit einer spezifischen Art von Genanomalie nützlich sein. Diese gezielten Arzneimittel haben auch andere Nebenwirkungen als Chemotherapeutika. Einige zugelassene zielgerichtete Behandlungen für bestimmte Subtypen der AML sind im Folgenden aufgeführt.

Midostaurin (Rydapt)

Abnormale Veränderungen im FLT3-Gen treten bei etwa 30 % der Patienten mit AML auf. Diese Genveränderungen tragen dazu bei, dass Leukämiezellen in der AML abnorm werden. Midostaurin ist ein Medikament, das auf dieses abnormale FLT3-Gen abzielt und seine Funktion hemmt. Midostaurin ist in den Vereinigten Staaten (von der FDA) und in Europa (von der EMA) zur Verwendung mit einer Standard-Chemotherapie zur Behandlung von erwachsenen Patienten zugelassen, bei denen die AML neu diagnostiziert wurde und bei denen abnorme Veränderungen im FLT3-Gen vorkommen.

Enasidenib (Idhifa)

In einigen Fällen der AML treten abnorme Veränderungen im IDH2-Gen auf. Enasidenib ist ein Medikament, das die Funktion des IDH2-Gens in Leukämiezellen blockiert. Enasidenib ist in den Vereinigten Staaten von der FDA für die Behandlung von Patienten zugelassen, bei denen AML nach der Behandlung zurückkehrt (Rezidiv), oder von Patienten, die auf die primäre Therapie (refraktär) nicht ansprechen, bei denen abnorme Veränderungen im IDH2-Gen vorhanden sind.

Gemtuzumab ozogamicin (Mylotarg)

Gemtuzumab-Ozogamicin enthält einen Antikörper, der ein synthetisches Immunprotein ist und an ein Chemotherapeutikum verbunden ist. Der Antikörper bindet an ein spezifisches Protein namens CD33, das sich auf der Oberfläche der Leukämiezelle befindet. In den Vereinigsten Staaten ist Gemtuzumab-Ozogamicin von der FDA für neu diagnostizierte Patienten mit AML, deren Leukämiezellen das Protein CD33 enthalten, zugelassen. Es ist auch von der FDA für Erwachsene und Kinder mit rezidivierter oder refraktärer AML zugelassen. In Europa ist Gemtuzumab-Ozogamicin für die Behandlung von Patienten ab 15 Jahren zugelassen, bei denen das Protein CD33-Protein in den Leukämiezellen präsent ist.

Ivosidenib (Tibsovo)

In einigen AML-Fällen treten abnorme Veränderungen im IDH1-Gen auf. Ivosidenib ist ein Medikament, das die Funktion des IDH1-Gens in Leukämiezellen blockiert. Ivosidenib ist in den Vereinigten Staaten von der FDA für die Behandlung von Patienten zugelassen, bei denen AML nach der Behandlung zurückkehrt (rezidiv), oder von Patienten, die auf die primäre Therapie (refraktär) nicht ansprechen, bei denen abnorme Veränderungen im IDH1-Gen vorhanden sind.

Behandlung bei akuter Promyelozytenleukämie (APL)

APL wird anders als sonstige Formen der AML behandelt. Bei APL-Zellen treten Genveränderungen auf, die sie für bestimmte Medikamente empfindlich machen. Die Behandlung von APL besteht oft aus einem Nicht-Chemotherapeutikum namens ATRA (All-trans-Retinsäure, Tretinoin) in Kombination mit einem Anthrazyklin-Chemotherapeutikum oder Arsentrioxid (Trisenox).

In den Vereinigten Staaten hat die FDA die Verwendung von Arsentrioxid in Kombination mit ATRA zur Behandlung von Erwachsenen mit neu diagnostizierter APL mit niedrigem Risiko genehmigt, die das abnorme PML/RARα-Gen aufweisen. Arsentrioxid ist auch von der EMA und der FDA zur Behandlung von Patienten mit rezidivierter oder refraktärer APL zugelassen, bei denen abnorme Veränderungen im PML/RARα-Gen aufkommen.

Für bestimmte Subtypen von AML gibt es derzeit keine zugelassene Therapie. Es besteht jedoch eine neue, auf einen spezifischen Subtyp der AML gerichtete Behandlung, die zwar noch nicht zugelassen, aber im Rahmen klinischer Prüfungen (Forschungsstudien) verfügbar ist.

Was ist eine klinische Prüfung?

Eine klinische Prüfung ist eine Forschungsstudie, die zwecks Verbesserung aktueller Behandlungsweisen oder Erhalt von zusätzlichen Informationen über die Funktionsweise und Sicherheit einer neue vielversprechenden Behandlung durchgeführt werden kann.

Ein Arzt, der AML behandelt, kann eine neue Therapie für einen bestimmten Subtyp der AML vorschlagen, die noch nicht zugelassen, aber in einer klinischen Prüfung verfügbar ist. Mehrere laufende klinische Prüfungen zielen darauf ab, neue vielversprechende Behandlungen für AML zu unterstützen.

Die Teilnahme an einer klinischen Prüfung könnte für Menschen mit AML eine Option sein, da die Prüfungen Zugang zu neuen Therapien bieten, die noch nicht zugelassen worden sind. Wenn Sie die Chance haben, an einer klinischen Prüfung teilzunehmen, könnten Sie einer der ersten Patienten sein, der von einer neuen Behandlung profitiert. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit, dass sich das neue Arzneimittel als besser oder schlechter als die Standardbehandlung erweist.

Welche Nebenwirkungen können unter der Behandlung auftreten?

Unterschiedliche Behandlungen können zu verschiedenen Nebenwirkungen führen. Bei den meisten Patienten sind die Nebenwirkungen vorübergehend und lassen nach, wenn die Behandlung beendet ist.

Die Reaktion auf eine Behandlung variiert von Patient zu Patient. Auch die Nebenwirkungen unterscheiden sich, je nach Art der Behandlung und Dauer. Außerdem unterscheiden sich die mit einer Chemotherapie verbundenen Nebenwirkungen von den Nebenwirkungen einer gezielten Therapie. Die Nebenwirkungen einer gezielten Therapie hängen hauptsächlich vom Wirkstoffziel ab.

Die häufigsten Nebenwirkungen der Behandlung sind Müdigkeit, erhöhtes Infektionsrisiko, Nausea (Übelkeit), Erbrechen (Brechreiz), Haarausfall, Hautausschläge und Anämie (Verminderung der Anzahl der roten Blutkörperchen).

Manchmal kann die Behandlung der AML zu Nebenwirkungen führen, die nach Beendigung der Behandlung nicht aufhören, oder Nebenwirkungen, die sich lange nach Beendigung der Behandlung entwickeln. Ein Beispiel für eine solche Nebenwirkung ist die Schädigung der Herzmuskel. Zudem können Behandlungen in einigen Fällen auch Unfruchtbarkeit verursachen und das Risiko der Entwicklung einer anderen Krebsart erhöhen.

Sie sind nicht allein

Verschiedene Ressourcen stehen Ihnen zur Verfügung. Diese bieten Ihnen weitere ausführliche Informationen über die akute myeloische Leukämie (AML) und Unterstützung.

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